Surfer Kids on Tour

Die 3. Woche Südsee (13. - 19.05.2019)

Ankunft auf Vanuatu

Am Sonntag spätnachmittags sind wir nach nur 1 Stunde Flug auf Vanuatu angekommen. Der internationale Flughafen Vanuatus ist, wie zu erwarten war, winzig. Wir konnten direkt vom Flugzeug über das Rollfeld in das Gebäude laufen und wurden aufgrund der Kids wieder in eine separate Abfertigungsschlange gewunken. Vor uns wurde bereits eine Familie mit 2 kleinen Kindern bearbeitet und es hat ewig gedauert. Als wir endlich dran waren stellte sich heraus, dass es der Einreisebeamte ganz genau nahm. Zuerst wollte er unsere genaue Unterkunftsanschrift haben, da war bereits das erste Problem: Wir haben gar keine Anschrift, lediglich eine Wegbeschreibung. Nach einigem Hin und Her haben wir dann schließlich etwas in das Feld eingetragen und er war zufrieden. Als nächstes wollte er unseren Ausreisenachweis sehen. Also haben wir die Flugbestätigung auf dem Handy rausgesucht und er hat sich alles akribisch angeschaut. Nach einer gefühlten Ewigkeit, bekamen wir endlich das Vanuatu-Visum in den Pass gestempelt. Die Koffer kreisten bereits seit einer Weile auf dem Band und die Jungs hatten schon gecheckt, dass alles da ist.

Weiter ging es zum Mietwagen-Schalter, hier ging alles recht reibungslos. Peter hat uns eine 4WD Pickup gemietet und die Jungs sind begeistert. Zum Glück regnet es nicht, denn unser Gepäck landet auf der Ladefläche. Es ist mittlerweile stockdunkel und wir machen uns auf den Weg, Straßenbeleuchtungen oder Beleuchtungen an den Häusern gibt es nicht, dafür laufen unglaublich viele Menschen am Straßenrand entlang. Wir folgen der Straße Richtung Norden und kommen nach etwa 20 Minuten an die Abzweigung in eine „Dirt Road“, nicht das die richtige Straße frei von Schlaglöchern war… . Mittlerweile fragen wir uns schon wo wir hier hingekommen sind. Die Straße ist ein schlechterer Feldweg und wir sehen nichts. Zum Glück finden wir das Schild zum Wet`n`Wild Park, hier müssen wir wieder abbiegen. Die Straße ist als solche nicht erkennbar!! Ohne unseren Pick up hätten wir gar keine Chance diese zu befahren. Wir holpern etwa 500 Meter weiter und sehen in einem Haus ein Licht, wenn es hier nicht ist wissen wir auch nicht weiter! Nachdem wir auf einem Rasenstück angehalten haben kommt uns jemand mit einer Taschenlampe entgegen. Zum Glück, wir sind richtig. Das Haus ist sehr einfach, aber auf den ersten Blick sauber (bis auf die 2 großen Kakerlaken in der Dusche). Nachdem wir alles ausgeladen haben ist es bereits 18:30 Uhr, trotzdem fahren bzw. holpern wir nochmal los zum Supermarkt. Also die ganze Strecke wieder retour, am Flughafen vorbei und zum Supermarkt, den Peter als einer der größten bereits im Internet recherchiert hatte. Tja, Größe ist ja relativ: es war zumindest ein Supermarkt! Das Angebot ist spärlich: neben jeder Menge Tütensuppen, Haushaltsgegenständen, Süßwaren gibt es nicht so viel Auswahl. Immerhin kaufen wir Brot, Butter, Cornflakes, Marmelade und Milch. Das muss erstmal reichen.
Unsere Kids, vor allem die kleine Prinzessin, lösen Begeisterung aus: Hellhäutige Kinder mit blonden Haaren scheinen hier nicht so oft aufzutauchen. Jeder will die kleine Maus nur mal kurz anfassen, sie findet das nicht so witzig.

Erkundung der Insel

Wir merken recht schnell, dass Touristen die die Insel auf eigene Faust und mit eigenem Auto entdecken hier absolut unüblich sind. Die paar Touristen die hier sind, befinden sich in abgeschlossenen Ressorts und sehen die Insel nur von der schönen Seite. Wir sind mittendrin, es ist unglaublich wie arm dieser kleine Inselstaat offenbar ist. Leute die eine Wellblechhütte mit Dach haben, gehören schon zu den privilegierteren! Die meisten scheinen keinen fahrbaren Untersatz zu haben und auch kein Geld für die unzähligen privaten Busse, sie laufen am Straßenrand. Wir machen am Montag einen Ausflug nach Port Villa, hier gibt es zwar Steinhäuser, aber die Armut ist überall zu sehen. Wir fühlen uns wieder wie in Indien, die Straßen sind schlecht und stehen voller Wasser und Matsch. Unser Anhaltspunkt für die Innenstadt, das Grand Hotel, ist zumindest von außen gar nicht als solches zu erkennen. Wir laufen über einen Obst- und Gemüsemarkt und kaufen 2 riesige Papayas für zusammen 200 Vatu (= 1,60 Euro). Abgesehen von den Märkten ist alles sehr teuer und wir fragen uns wovon die Menschen leben, offensichtlich von der Natur!
Am Dienstag machen wir einen Ausflug Richtung Norden, nachdem wir 20 Minuten durch den tiefsten Dschungel gefahren sind (die Jungs fahren mittlerweile begeistert nur noch auf der Ladefläche mit), erreichten wir das Back to Eden. Ein Australier hat hier ein Restaurant direkt am Strand gebaut, das Essen ist phantastisch und der Schnorchelplatz ebenso. Diese Traum-Plätze entdeckt man halt auch nur als Individualtourist.

Tanna und der Vulkan Mt. Yasur

Am Mittwoch startet eines unser Highlights der gesamten Reise. Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg zum Domestic Airport: Wir haben eine Tour zum noch aktiven Vulkan Mt. Yasur auf Tanna gebucht. Bereits die Anreise gehört zum Abenteuer. Nach dem „einchecken“ (es wurde bereits auf uns gewartet und wir mussten „nur“ noch bezahlen, uns und unsere Rucksäcke wiegen lassen und fertig) ging es direkt auf das Rollfeld zu der Cessna von Air Taxi Vanuatu. Neben uns war noch ein Franzose an Bord, dann war das Flugzeug restlos voll. Der Flug war ein Erlebnis für sich, wir sehen Port Villa und die Insel Efate von oben, das klare Meer und sogar einige Korallenriffe. Nach etwa 60 Minuten haben wir Tanna erreicht und machen einen großen Bogen über den Vulkan, es ist so beeindruckend. Von hier oben kann man direkt in den Krater reinsehen und auch schon die rote Lava sehen. Nach der Landung auf dem Mini-Flughafen von Tana werden wir von einem Pickup abgeholt: auf der Ladefläche ist eine Sitzbank installiert, wo sich die 3 Männer direkt begeistert hinsetzen. Die kleine Prinzessin und ich gehen auf die normale Rücksitzbank, einen Kindersitz gibt es nicht und von anschnallen hält hier auch niemand etwas…. Der Fahrer sagt, wir brauchen ungefähr 2 Stunden bis zum Krater-Rand. Tanna hat quasi überhaupt keine richtige Straße, die besseren Straßen haben keine ½ Meter tiefen Schlaglöcher, auf den schlechteren werden wir alle dermaßen durchgerüttelt, dass ich mich frage ob wir überhaupt alle an einem Stück ankommen. Zwischendurch geht es auch mal durch tiefe Flüsse, aber hier wundert uns auch nichts mehr. Am Vulkan angekommen müssen wir nochmal das Auto verlassen und es gibt eine kleine Zeremonie, in der der Chef des einheimischen Clans um Erlaubnis gefragt wird, den Vulkan zu besteigen (angeblich lehnt er dies auch manchmal ab). Dann werden wir wieder auf Pick up´s verladen und fahren weitere 10 Minuten durch Schlaglöcher und an dampfender Erde vorbei. Am „Parkplatz“ angekommen müssen wir weitere 5 Minuten laufen und schon stehen wir am Krater des Vulkans, es brodelt und dampft, teilweise gibt es laute Explosionen und dicke Lava- und Gesteinsbrocken werden durch die Luft geschleudert. Es ist so beeindruckend und eigentlich gar nicht in Worte zu fassen. Vom ersten Platz aus kann man noch ca. ½ Runde um den Krater laufen um direkt in das Lavaloch reinzuschauen. Es liegt viel Dampf in der Luft und mehrere Führer warnen vor den Dämpfen und dem Schwefel darin. Uns wird mehrmals angeboten, dass wir die kleine Prinzessin zurück lassen können und alleine weiter gehen. Für uns kommt das nicht in Frage, die kleine Maus kommt so gut geschützt wie möglich in den Bondolino und erlebt unser Abenteuer mit. Am hinteren Teil des Kraters angekommen hat man tatsächlich freien Blick zur brodelnden Lava. Es ist als würden wir direkt ins Erdinnere schauen und ständig spuckt der Vulkan Lava und Gestein hoch in die Luft. Das ganze Schauspiel wird umso interessanter, je dunkler es wird. In der Nacht ist alles nochmal so schön. Gegen 18.30 Uhr machen wir uns auf den Rückweg und fahren im stockdunklen zurück zum Hotel. In unserem Paket wurde uns das Whitegrass Resort gebucht. Eigentlich haben wir gar keine Vorstellung was uns erwartet oder doch: ich sehe uns in einer offenen Hütte unter Moskitonetzen liegen. Ganz das Gegenteil ist der Fall: Das Whitegrass ist eine Luxushotelanlage, die wir eigentlich nie buchen, aber herrlich ist es trotzdem. Unser Bungalow mit 2 Schlafzimmern und 2 Bädern ist sehr geräumig und auch ein Babybett für die kleine Prinzessin steht bereit. Da es schon so spät ist, geht Peter mit den Jungs alleine zum (phantastischen) Abendessen. Die kleine Maus fällt direkt ins Bett und schläft ein. Auch das Frühstücksbuffet direkt am Meer kann sich sehen lassen, hier hätten wir es auch noch länger aushalten können. Leider steht bereits um 8 Uhr morgens der Bus zum Flughafen bereit und das Abenteuer Vulkan endet mit dem schönen Rückflug nach Port Villa.

Tauchen auf Vanuatu

Auf Vanuatu wollen wir nun unbedingt unsere ersten Südsee-Tauchgänge machen. Wir haben uns für die Big Blue Divers entschieden und am Freitag macht Peter vormittags 2 Tauchgänge, ich bin am Sonntagvormittag dran.
Die ganze Organisation ist eher rudimentär. Zum Glück sind wir beide erfahrene Taucher und können uns selber um unser Equipment kümmern. Peter sieht gleich bei in seinen ersten Minuten einen großen Leopardhai und in dem Tauchgang auch noch einen Weißspitzenhai-Kindergarten mit 5 jungen Tieren unter einer großen Koralle. Ich mache am Sonntag den gleichen Tauchgang zur Mele West Side und sehe auch die kleinen Weißspitzen Riffhaie. Die Korallen-Landschaft ist absolut phantastisch und wir sehen auch viele Korallenfische.
Mein zweiter Tauchgang ist etwas speziell: Wir sind zu viert unterwegs, der Tauchguide, ein Papa (Finn) mit seinem Sohn und ich. Der Guide macht vorher quasi kein Briefing, sagt nur wir tauchen in Riffhöhlen. Direkt nach dem Abtauchen schwimmt er in einen engen dunklen Gang (eine Lampe hat keiner von uns dabei…), zum Glück fällt immer mal Licht von oben rein, aber an nebeneinander schwimmen ist nicht zu denken. Es geht um mehrere Kurven und durch etliche Spalten und größere Höhlen, zwischendurch schwimmen wir durch einen riesigen Fischschwarm – traumhaft schön. Nach etwa 10 Minuten kommen wir wieder draußen an und ich bin nicht so böse darum. Danach geht es erstmal „normal“ weiter, die Gruppe ist zusammen und wir bewundern wunderschöne Korallen und viele bunte Fische. Gegen Ende des Tauchgangs zieht sich die Gruppe etwas auseinander, der Tauchguide gibt ordentlich Gas, Finn hat eine Kamera dabei und bleibt etwas zurück. Sein Sohn bleibt beim Guide und ich bin irgendwo dazwischen. Als mir der Abstand zu groß wird, muss ich eine Entscheidung treffen: nach vorne zum Guide oder auf Finn warten. Da es absolut gegen meine Überzeugung spricht einen Taucher (auch wenn er erfahren ist) alleine zu lassen, warte ich. Zu zweit schwimmen wir ein Stück, aber die anderen beiden sind außer Sicht. Wir sehen noch einmal ein paar Blubberblasen, aber es scheint keiner auf uns zu warten (was mich etwas irritiert). Nach insgesamt 53 Minuten beschließen wir den Tauchgang zu beenden und sind nach dem Austauchen etwa 50 Meter vom Boot entfernt. Zu meiner großen Überraschung sitzt der Guide bereits im Boot!!! So etwas habe ich noch nie erlebt, er scheint großes Vertrauen gehabt zu haben, dass wir schon alleine zurechtkommen werden. Trotzdem waren es zwei wunderbare Tauchgänge im 28 Grad warmen, klaren Südpazifik.

Möhre allein unterwegs

Von unserm Vulkanausflug zurück verbringen wir erstmal einen ruhigen Tag. Als ich die kleine Prinzessin zum Mittagsschlaf hinlege fällt mir auf, dass ihr Plüschhase Möhre fehlt. Zum Glück hängt sie nicht sosehr daran und schläft auch so ein. Nach dem Mittagsschlaf gucke ich in alle Rucksäcke, aber Möhre ist nicht da! Es gibt nur 3 Möglichkeiten: 1. Wir haben sie auf Tanna vergessen, 2. Wir haben sie unterwegs verloren (was ziemlich unwahrscheinlich ist) oder 3. Sie ist hier im Haus irgendwo versteckt. Also suchen wir erstmal so unauffällig wie möglich alles ab (die kleine Prinzessin sucht trotzdem nach ihrem Plüschtier), leider ohne Erfolg. Da ich keine Telefonverbindung zum Hotel in Tanna zustande bringe, schreibe ich Melissa von Air Taxi Vanuatu eine Mail und tatsächlich nach etwa 2 Stunden kommt die Antwort: Möhre wurde in unseren Bungalow gefunden. Unser normalerweise gut funktionierende Abreise-Routine war an dem morgen durch den zeitigen Aufbruch und das „Wir haben ja jeder nur einen kleinen Rucksack mit“- Denken offensichtlich gestört.  Aber  Melissa hat sich bereits um alles gekümmert. Möhre bleibt noch eine Nacht im Resort und fliegt am nächsten Morgen mit dem Air Taxi zurück nach Port Villa. Dort können wir sie mittags am Flughafen abholen. Alles ganz unkompliziert. Danke Air Taxi Vanuatu!

Highlights der Woche

GROSSES HIGHLIGHT DER REISE: Wir stehen auf dem Vulkan Mt. Yasur und sehen die brodelnde und spritzende Lava direkt vor uns

Wir machen unsere ersten Tauchgänge im Südpazifik

Wir besuchen, typisch Südsee, eine Feuershow am Strand

Wir umrunden einmal diese wunderschöne Insel und sind verblüfft von der großen Armut und gleichzeitigen Freundlichkeit der Menschen

Wir besuchen die kleine Insel Hideway mit dem einzigen Unterwasser-Postamt der Welt